Drop Shipment ist nicht schwierig… nur komplex!

Die größte Herausforderung für alle Hersteller im e-commerce ist die Logistik. Dafür benötigt man ein ganz einfaches Konzept:

Direkt zum Kunden in größtmöglicher Geschwindigkeit

Und wer das nicht kann, überlässt das Geschäft den anderen! Dummerweise gibt es im e-commerce ein paar Fallstricke und in unserer Branche der Farben sind das durchaus dicke Brocken:

  • die durchschnittliche Bestellgröße sind 1,1 Gebinde. Das bedeutet, dass wir im Wesentlichen ein Gebinde pro Paket verschicken (das sog. Single-Item-Shipment). Wer das nicht kann, muss das Geschäft den Onlineprofis überlassen.
  • Variantenvielfalt: die meisten Farben gibt es in vielen… Farben! Unsere Holz-Lasur gibt es in fünf Gebindevarianten (von 0,25 bis 20 Liter). Multipliziert mit 38 Standardfabrtönen sind das 190 Varianten, und das von einem Produkt. Ein normaler Farbenhersteller hat 80-100 Produkte, da kommen im e-commerce schnell tausende Varianten zusammen – und die gilt es zu lagern, kommissionieren und zu versenden.
  • Die Verpackung ist auch wichtig. Wir kennen viele Anbieter, die z.B. eine Dose Holzlasur in Kunststoff-Folie einschweissen, dann in einen Karton verpacken und diesen dann in einen Versandkarton tun. Das ist das Gegenteil von nachhaltig und es kostet Zeit und damit Geld. Effizientes e-commerce erfordert auch effiziente Verpackungslösungen.
  • Last but not least der Business-Prozess: Die Drop Shipment Kosten inkl. Versand liegen ungefähr bei 8,50 bis 9 EUR pro Paket. Zieht man davon 3,50 EUR Versandkosten ab, dann bleiben ca. 5 EUR pro Paket für das Handling. Bei durchschnittlichen Lohn- und Nebenkosten in Deutschland von 30 EUR pro Stunde darf der ganze Prozess 10 Minuten dauern. Inklusive Auftragserfassung, Kommissionierung, Verpacken und Versand, damit er kostendeckend ist. Das erfordert einen extrem schlanken und standardisierten Prozess ohne späte Lernkurven.
Das von PNZ entwickelte und geschützte Verpackungssystem für Farben und ähnliche Produkte

Warum schreiben wir das? Wir versenden seit über 40 Jahren jedes Jahr zehntausende Pakete direkt an Kunden. Unsere eigenen Produkte und – dazu haben wir uns vor vielen Jahren entschlossen – sehr erfolgreich speziell für andere Hersteller im Bereich Farben und Öle.

Wir versenden Einzelgebinde und Kleinaufträge direkt per Paketdienst an Endverbraucher oder Handwerker (das sog. Single-Item-Shipment, kurz SIS). Und haben die Prozesse über die lange Zeit ständig weiterentwickelt, optimiert und vor allem vollständig digitalisiert und vor allem – darauf sind wir stolz- umweltfreundlicher und zertifiziert CO2-neutral gemacht.

Der letzte Schritt (aber nur der) bleibt Handarbeit

Viele Firmen – auch einige, die deutlich größer sind als wir selbst – haben heute das Problem, dass sie zwar auf die Herstellung und den Versand größerer Mengen an Farbe optimal eingestellt sind, dass es aber für sie eine große Hürde darstellt, Pakete im Single-Item-Shipment direkt zum Endkunden zu bringen.

Aber viele Baumärkte und Großhändler sind heute auf Plattformen aktiv (nicht nur Amazon, sondern auch Marktplätze und Plattformen wie obi.de oder toom.de u.v.m.). Diese Handelsstufen verlangen nun e-commerce taugliche Logistik-Lösungen, aber die sind nicht so einfach umzusetzen:

  • SIS erfordert eine ganz andere Logistik-Struktur (Handarbeitsplätze, Verpackungslösungen, qualifizierte Mitarbeiter: wir arbeiten im chemisch-technischen Bereich!)
  • Diese Logistikstruktur erfordert flexible IT-Lösungen (mit SAP Warenwirtschaft wird es sehr schwierig, mit der großen Zahl an kleinen Sendungen und etwaigen Retouren umzugehen).
  • Amazon bietet sicher den über alle Produkte gesehen besten (günstigsten) Logistik-Service; aber FBA (Fulfillment By Amazon) ist strategisch nicht unproblematisch (Amazon als Plattform hat eine deutliche Marktmacht) und – dies ist vor allem im laufenden Betrieb ein echter Mühlstein: Amazon hat ein ausgefeiltes Logistiksystem, das Ihnen Langsamdreher schnell wieder zurückschickt, um sie Tags drauf wieder für das Lager zu bestellen. Viele Firmen sind mehr mit der Logistik zu Amazon als mit dem eigentlichen Verkauf ihrer Produkte beschäftigt. Wer sich dafür interessiert, wie schnell sich bei Amazon die Spielregeln ändern können, für den ist dieser Bericht aus März 2019 interessant.

Warum können wir das besser als andere?

  • Wir als Mittelständler können da unsere Stärken voll ausspielen. Das Thema können wir im Bereich Farben einfach besser als die meisten (wir glauben eingeschlossen Amazon).
  • Farbe zu verschicken ist nicht so einfach wie der Versand von Büchern. Die Verpackung muss stimmen, darf unterwegs nicht auslaufen, muss die Transportbänder von dpd & Co. aushalten und sollte bei alledem noch umweltfreundlich sein. Wenn wir sehen, wie mancher Hersteller Farbdosen mit Folien einschweißt, dann regt sich schon das Umweltgewissen.
  • Wir haben ein eigenes IT-System gebaut, das Drop Shipment schnell, effizient und nachverfolgbar macht. Natürlich mit montalichen Bestandsabrechnungen, Versandauswertungen,etc
  • Wir haben einige Mühen darauf verwendet, effizient und CO2-neutral zu versenden. Es ergibt auch irgendwie keinen Sinn, wenn man das nicht breiter nutzt – damit ist allen geholfen.
  • Wir verdienen natürlich Geld damit, aber wir haben uns vorgenommen, keine Gefahrgüter o.ä. problematische Produkte zu versenden. Es muss sich schon um normale Farben handeln und keine 2-K-Lacke o.ä.

Und wir machen das gerne. Denn auch in diesem Bereich gibt es Kostenvorteile durch steigende Mengen und von denen profitieren am Ende unsere Kunden und damit langfristig auch wir.

Notes:

(1) E-commerce Insider: 8 Most Common Drop Shipping Problems Solved. Zum Artikel.

(2) PNZ Fullfillment 360. Warum wir auch gerne für Wettbewerber arbeiten. Blogbeitrag auf timberlove.blog.

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