Neue Verpackungsalternative im Vergleichstest

Uns ist eine neue Verpackung für Farben in die Hände gefallen. Die fanden wir erstmal sehr interessant. Ein Farbeimer aus Kartonage, das könnte richtig umweltfreundlich sein. Und ein guter Anwendungsfall für unser Bewertungstool für Verpackungen. Also haben wir uns ein Produkt gekauft und die Verpackung mit unserer verglichen.

Vorab und wichtig: es geht uns hier nicht darum, Branchenkollegen öffentlich zu bewerten, daher haben wir die Verpackung nur von hinten photographiert. Es geht auch nicht darum, wer die beste Verpackung von allen hat (da wird es im Laufe der Zeit immer bessere Lösungen geben und das ist auch gut so). Neue Ideen zu kreieren, diese zu bewerten und daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung in Richtung Minimal-Waste zu ziehen, das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Und diese Schlüsse teilen wir auch gerne mit allen, denn in der Verpackungsthematik darf unsere gesamte Branche nicht aufhören, besser zu werden.

Verpackungstypen im Vergleich

Als erstes ist uns die durchaus gefällige Optik der obigen Alternative ins Auge gefallen. Kartonage, das könnte durchaus eine umweltfreundliche Alternative sein.

Zweiter Blick, woraus besteht der neue Verpackungstyp:

  • Die Transportverpackung
    • aus Kartonage mit Einlegern
  • Die eigentliche Produktverpackung
    • Eine zylindrische Kartonage als Produkt-Verpackungskörper
    • Zwei Weißblech-Schalen als Ober- und Unterdeckel zur Stabilisierung
    • Ein Band aus Sisal (oder Hanf) als Henkel (praktisch!)
    • Ein Plastiksack in dem Karton, in dem die Farbe verpackt ist (hmmm…)
Hmmm…

Also 4 Materialien, aber trotzdem nicht schlecht gemacht. Und das in einer stabilen, edel wirkenden Versandverpackung mit Einlegern.

Versandkarton mit Transport-Einlegern

Vergleichen wir das mit unserer Verpackung. Wir verwenden einen ganz ähnlichen Versandkarton und ein Gebinde zu 100% aus Weißblech. So ähnlich wie in diesem Bild.

So sieht es bei uns aus

Wir haben ein Tool, das den CO2-Footprint der Werkstoffe in Verpackungen bewertet und vergleichbar macht. Dieses Tool haben bereits hier vorgestellt und wenden es jetzt auf die obigen beiden Alternativen an.

Der Footprint unserer Verpackung

Wir setzen 100% auf Kartonage in der Transportverpackung und zu 100% auf Weißblech in der Produktverpackung. Beides gewogen stellt sich der CO2-Footprint wie folgt dar:

Also kommt das Gesamtpaket auf 1,27 kg CO2-Emissionen (die wir natürlich kompensieren).

Der Footprint der Alternative

Hier kommen 4 Materialien zum Einsatz. Den Henkel können wir nicht bewerten, aber er wirkt auf uns pflanzenbasiert, also setzen wir den Footprint des Henkels auf null. Für die übrigen Materialien ergibt sich folgendes Bild:

Der Footprint des alternativen Materials liegt etwa 90% höher als in obiger Variante!

Was daraus folgt

Die Versandverpackung der Alternative ist etwa doppelt so schwer wie in unserer Variante. Alleine das macht ca. 0,74 kg CO2 aus! Hier besteht noch Optimierungspotential, aber das spricht noch nicht per se gegen die Alternative denn hier kann ggf. noch weiter optimiert werden.

Interessant ist, dass die in der Alternative für Boden und Deckel eingesetzte Weißblechmenge bereits genau so viel wiegt, wie ein komplettes Weißblech-Gebinde von uns. Das mag damit zusammenhängen, dass man mit dem Kunststoff-Inlay nicht die Fülldichte hinbekommt, wie mit einer direkten Abfüllung in die Dose. Insgesamt wiegt die Kombination Karton-Zylinder + Weißblech Deckel und Boden doppelt soviel, wie ein reines Weißblechgebinde, was den deutlich höheren Footprint erklärt. Auch scheint das Konzept „Farbe in Plastiktüte“ hinsichtlich der Kunststoff- und Mikroplastikthemen nicht wirklich ideal.

Aber – und das ist ein wichtiges aber – die Idee der Alternative finden wir sehr gut. Neue Materialien können den Weg zu mehr Nachhaltigkeit weisen und es ist wichtig, neue Wege auszuprobieren, um Schlüsse für die weitere Entwicklung zu ziehen. Uns hat die Alternative inspiriert, uns nochmal verstärkt mit Produktverpackungen aus Karton zu beschäftigen, die die derzeitigen Nachteile der dargestellten Alternative vielleicht noch überwinden können.

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