Hochhäuser aus Holz: diese Vision für urbanes Leben ist realer als gedacht

Hochhäuser aus Holz sind eine ermutigende Vision für die Zukunft. Ein CO2-neutraler Baustoff und die erhöhte Lebensqualität wären ein Traum für das urbane Leben der Zukunft. Wir haben uns mit dem Thema beschäftigt und sind beeindruckt, wie viel realer als gedacht dieser Traum heute schon ist.

In unserem Artikel Klimaschutz durch mehr Städtebau? Das kann funktionieren… hatten wir schon im Januar über die Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe um Galina Churkina von der Yale-University berichtet. Die Forscher haben sich mit der Frage beschäftigt, ob es möglich ist, urbanes Bauen – heute einer der größten Klimasünder – in ein Mittel zur Eindämmung der globalen Erwärmung zu verwandeln.

Die Gruppe kam zum Ergebnis, dass Holzbauweise auch im Hochhausbau technisch im für Großstädte notwendigen Rahmen möglich ist. Der CO2-Ausstoß durch die Bauaktivität würde sich halbieren und es wäre realistisch möglich, die dafür benötigten Holzmengen auch anzupflanzen. Im Ergebnis, so die Forscher, ließen sich bis 2050 ca. 75 Gigatonnen CO2 in den Städten „einschließen“ und so der Atmosphäre entziehen. Dies entspricht etwa dem gesamten weltweiten, anthropogenen CO2-Ausstoß in 1,5 bis 2 Jahren.

Keine Frage, das wäre ein substantieller Beitrag zum Klimaschutz – und das, ohne die grundsätzliche urbane Lebensweise stark verändern zu müssen. Bei der Recherche zum Thema haben wir die Aktivitäten im Holz-Hochhausbau analysiert und die Ergebnisse sind durchaus eindrucksvoll: nicht nur die Zahl der bereits umgesetzten Projekte, auch Umfang, Architektur und Lebensqualität. Hier eine Zusammenstellung der bisherigen Projekte.

Die Sorge, ein im Wesentlichen aus Holz bestehendes Hochhaus könnte zur Feuerfalle werden, sei unbegründet, betont Projektentwicklerin des HoHo Wien Caroline Palfy in einem Interview. „Ein Stoff, der brennbar ist, muss im Brandfall keine schlechten Eigenschaften haben.“ Die 40 mal 40 gar 40 mal 124 Zentimeter starken Holzsäulen seien äußerst robust. Außerdem sei ein Wand-Decken-Element in einer Brennkammer 90 Minuten lang 1000 Grad ausgesetzt worden. Das Ergebnis: Nur die äußeren 8,4 Zentimeter der getesteten Elemente seien verkohlt gewesen, das Material immer noch tragfähig. Statisch könnte jede zweite Säule versagen und das Gebäude würde immer noch stehen, meint Palfy. „Wir sind nicht die größte Zündholzschachtel der Welt, wie Kritiker einst meinten.“

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