Karibu: Holzhausbau trifft e-commerce

Die Firma Karibu Holztechnik ist eine Erfolgsgeschichte. Nach einem etwas holprigen Start 1993 mit Bauverzögerungen und Altlasten kann man heute feststellen: Karibu hat sich heute als Deutschlands größter Produzent für Gartenhäuser und Saunen durchgesetzt.

Mit jährlich über 65.000 Gartenhäusern, Saunen, Carports, Pavillons, usw. ist Karibu nicht nur eine Größe, sondern auch ein richtig innovatives Unternehmen: Neuheiten am laufenden Band, permanente Verbesserung bestehender Produkte und eine konsequent hochwertige Bauweise mit coolem Design.

Viele Kunden wollen ihr Karibu-Gartenhaus farbig gestalten und wir sind Farbenhersteller. Aus dieser Situation ist im letzten Jahr eine wunderbare Kooperation entstanden, die die Stärken unserer beider Firmen kombiniert:

Die Ausgangslage

Vor etwa einem Jahr trafen wir uns in Bremen und es wurde schnell klar, dass Karibu und PNZ die gleiche Philosophie verfolgen: das beste Produkt zu machen und das in einer Art und Weise, die für den Kunden Lösungen schafft. Aber es wurde auch klar, dass das kein klassisches „Wir machen Holzhäuser, Ihr macht Farben“ Projekt werden würde, denn Karibu hatte sehr konkrete Vorstellungen, wie sie ihr Leistungsspektrum erweitern wollten: Erstens: keine Kompromisse in der Produktqualität. „Wir werden für unsere Produkte keine minderwertige Handelsware empfehlen“, so Matthias Denker, Projektleiter bei Karibu. Zweitens: Karibu hatte viel Energie in ihren Markenauftritt investiert und wollte diese Markenidentität auch in ihren Private Label Produkten sehen. Drittens Logistik: „Wir spielen auf allen Vertriebskanälen und wollen einen Partner, der von der Lagerbestellung bis zum Single-Item-Shipment an den Endkunden alle Spielarten der Logistik beherrscht“, so Denker. Und last-but-not-least Beratung und Vertrauen: Karibu suchte einen Partner, der nicht nur Produkte aus seinem Haus empfiehlt, sondern auch Themen wie Nachhaltigkeit und Gesundheitsfragen kompetent bearbeiten kann. Nicht zuletzt spielen Kinder jeden Tag in den Produkten des Unternehmens.

Das Projekt

Für das Sortiment wurden gemeinsam die Anforderungen erarbeitet: zum Start schlank und übersichtlich, möglichst wasserbasiert und vor allem attraktive Farbtöne, die es anderswo nicht zu kaufen gibt. Daraus wurden im ersten Schritt zwei Produkte: die maßgeschneiderte Karibu Gartenhausfarbe und Pflegeboxen, in denen insbesondere der Endkunde neben der Farbe auch die kleinen Helferlein findet, die man zum selber streichen benötigt.

Das erste Produkt (Anfang 2019)

Das Design der Etiketten – und später Werbematerialien – wurde von den Inhouse-Grafikdesignern der PNZ gemacht. Basierend auf den Designvorgaben des Karibu-CI wurden die wesentlichen Designelemente aufgegriffen und in eine produktspezifische Designsprache umgesetzt (schließlich sieht man z.B. bei rotationssymmetrischen Körpern wie Farbdosen immer nur einen kleinen Teil des Gebindes unverzerrt – das Look&Feel muss darauf ausgerichtet werden).

Und da Karibu über vektorisierte Produktphotos verfügt, konnten wir relativ einfach noch die beste Werbung realisieren, die man für Farbe machen kann: Produktbilder in originalgetreuen Farben – so kann sich der Kunden das fertige Haus gestrichen vorstellen.

Virtuelle Produktphotos

Im zweiten Schritt wurden die Logistikkanäle organisiert. Einen Teil der Produkte würde Karibu bei sich auf Lager haben, aber viele Kunden wollen sich erst für eine Farbe entscheiden, wenn das Holzhaus steht. PNZ hat daher für Karibu einen Direktlieferungskanal aufgebaut, in dem der Farbenhersteller die Farben bei Bestellung direkt an den Kunden nach Hause schickt, alles andere wäre zu zeitaufwändig.

Da lag es nahe, den Karibu-Kunden auch eine Möglichkeit zum Onlineshopping zu bieten. Aber der Betrieb eines Onlineshops birgt auch Herausforderungen. Insbesondere im Bereich Farben ändern sich die gesetzlichen Anforderungen an die Kennzeichnungen und Datenblätter manchmal mehrmals im Jahr und diesen Verwaltungsaufwand konnte und wollte Karibu nicht aufwenden, zumal sie Spezialisten für Holzhäuser sind und keine Chemiker. Die Lösung war das dynamische Produktdatensystem der PNZ und deren e-commerce-Tochter PN-tech. PN-tech baut und betreibt den karibu-farbenshop.de und das dynamische Produktdatensystem der PNZ sorgt dafür, dass der Onlineshop und die Produktdaten wie Etiketten, technische Merkblätter usw. stets auf dem aktuellsten Stand sind.

Der ganze Prozess von der Idee bis zur Umsetzung mit Onlineshop dauerte etwa 8 Wochen, so schnell geht das, wenn alle Partner an einem Strang ziehen. Im Oktober ging der Onlineshop live und sofort kamen die ersten Bestellungen – durchaus bemerkenswert, denn der Spätherbst ist eigentlich nicht die Zeit, in der Menschen sich für Farbe interessieren. Heute werden pro Monat etwa 100 Aufträge im Direktversand für Karibu abgewickelt, Tendenz stark steigend und die richtige Saison fängt ja erst gerade an.

Die Erfolgsfaktoren

Wenn ein Projekt so erfolgreich verläuft, stellt sich immer auch die Frage nach dem warum. Wenn wir heute zurückblicken, dann haben wir in kurzer Zeit gemeinsam sehr viel erreicht. Aus unserer Sicht waren drei Dinge besonders wichtig:

  1. Stärken, die sich ergänzen

Jedes größere Projekt ist für alle Partner immer auch ein Aufbruch ins Ungewisse. Selten ist der Projektablauf sofort in der ersten Sitzung klar, in der Regel kommen aus jeder Diskussion neue Ideen und manchmal klappen auch Dinge nicht sofort so, wie man sie vorhatte. Um gemeinsam innovative und praktikable Lösungen zu entwickeln, müssen die Projektpartner eine gemeinsame Idee haben, auf welcher Grundlage sie ein Projekt zum Erfolg bringen wollen und was Erfolg überhaupt für sie bedeutet. Wenn ein deutscher Schraubenhersteller und eine chinesische Metallfabrik über ein gemeinsames Projekt sprechen, dann wird meist schnell klar, dass zwar beide Erfolg wollen, aber von völlig unterschiedlichen Dingen sprechen.

Wenn wir heute an den Anfang mit Karibu zurückblicken, dann lag es von Anfang an nahe dass dieses Projekt ein Erfolg werden würde:

Karibu…Wir bei PNZ…
… baut die besten und coolsten Holzhäuser… machen die schönsten und nachhaltigsten Farben
… hat eine starke Marke… haben Premium-Private Label erfunden
… hat ausgefeilte Vertriebs- und Kommunikationskanäle zu ihren Kunden… können e-commerce-Lösungen
… liefert an den Handel und Direct-to-Consumer… machen jeden Tag Drop Shipment und Single-Item-Shipment
  1. Vertrauen und Sympathie

Wir wissen, dass dieses Thema in der Managementliteratur sehr gerne vernachlässigt wird, „schließlich sind wir ja alle Profis…“. Aber nach unserer Erfahrung stimmt das einfach nicht. Natürlich fahren wir nicht alle gemeinsam in den Urlaub oder verbringen die Freizeit miteinander, aber ein bestimmtes Maß an Vertrauen und Sympathie ist einfach wichtig. Wenn man sich neu kennenlernt, weiss man nie genau, ob der andere wirklich der richtige Partner ist. Für Karibu hätte es mit dem falschen Partner bei dem Projektumfang auch gerne mal ein nicht enden wollendes Ewigkeitsprojekt werden können und für uns als Mittelständler mit begrenzten Ressourcen ist es auch wichtig, dass wir nicht an den falschen Baustellen arbeiten.

  1. Ein klarer Projektplan

Aber auch bei bester Kompetenz und hohen Sympathiewerten haben Projekte dieser Größenordnung die unheimliche Tendenz, nicht fertig zu werden. Das liegt erfahrungsgemäß zum daran, dass mit zunehmender Projektdauer neue Ideen und damit neue Komplexitäten kommen, die das Gesamtprojekt dann verzögern. Zum Glück hatte Karibu von Anfang an eine klare Vorstellung: kleines Sortiment – Logistiklösung – Onlineshop – dann starten. Zuerst ein funktionierendes System aufbauen und das dann sukzessive erweitern. Mit dieser Philosophie lässt sich viel ergebnisorientierter arbeiten als mit großen Zielen, die so lange zu realisieren dauern, dass sie dann keiner mehr will. Und flexibler wird man dadurch auch.

Diese Vorstellung, wie man ein Projekt abwickelt, deckte sich zu 100% mit unseren Erfahrungen im Bereich Premium Eigenmarken, bei denen wir gelegentlich viele hundert Produkte gleichzeitig für unsere Kunden machen müssen und bei denen wir eines gelernt haben: ein komplexes Projekt braucht nicht nur einen klaren Fahrplan, die einzelnen Schritte müssen auch sinnvoll aufeinander aufbauen. So legen wir zum Beispiel sehr großen Wert darauf, dass zunächst in der Designphase ein Master-Layout erstellt und verbindlich verabschiedet wird. Der Roll-out von hunderten Produkten ist dann eine von mehreren Designern gleichzeitig und somit relativ kurzfristig abzuarbeitendes Thema. Würde man es anders machen, könnte man die Aufgaben nicht verteilen und das würde viel länger dauern, als für ein Projekt gut ist.

Der PNZ Fahrplan zur Eigenmarke

Und immer weiter…

Mit dem Essen kommt bekanntlich auch der Appetit und das Produktsortiment wächst seit Ende 2019 ständig. Neue Farbtöne, Silikatfarben und Produkte für Saunen, Renovierungsprodukte zum Schutz des Holzes und Pflegeboxen auch für den Innenbereich und für Saunen… sinnvolle Weiterentwicklungen des Sortiments mit denen Karibu seine Marktposition weiter ausbauen möchte.

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